Quadro Nuevo – Happy Deluxe
16. April 2026
Quadro Nuevo mit Philipp Schiepek verzaubern ihr Publikum in der ausverkauften Schützenkellerhalle – Das Landesjazzfestival 2026 in Biberach nimmt Fahrt auf.
Die vielfach ausgezeichnete Band „Quadro Nuevo“ brachte gute Laune und euphorische Begeisterung in die altehrwürdige Schützenkellerhalle. Mit ihrer bunten Melange aus verschiedenen Stilen, ihrem Spielwitz und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz erreichten sie alle Altersklassen des ebenfalls bunt gemischten Publikums und erhielten am Schluss des gut zweieinhalbstündigen Konzertes stehende Ovationen. Die beseelten Besucher dürften viele Ohrwürmer mit nach Hause getragen haben. Der italienische Welthit „Parole, Parole, Parole“ aus den 1970er Jahren, bekanntgemacht von Dalida & Alain Delon, als erste Zugabe gespielt, hatte zweifellos dieses Ohrwurmpotential.
Eingängige Eigenkompositionen wie „Mocca Swing“ vom Saxophonisten Mulo Francel, mit kabarettreifen Stoptime- und Accelerando-Teilen, wirken mittlerweile bereits wie Standards. In diesem Fall etwa mit Assoziationen zu jiddischen Klezmertiteln. Lateinamerikanische Rhythmen wie Samba, Mambo oder Tango waren jedoch ebenso vertreten wie französische Musette-Walzer, vom Akkordeonisten Andreas Hinterseher exzessiv promoted und für die Gegenwart aufbereitet. Besonders amüsant erwies sich die subtile Anmoderation des Titels „7 to 1“ in Anspielung auf die vernichtende Niederlage Brasiliens gegen Deutschland im WM-Halbfinale 2014. „Der brasilianische Komponist des Titels würde heute in Berlin leben“, so Francel. Auch die Anmoderation von Astor Piazollas Nuevo Tango „Yo Soy Maria“ brachte Licht in das zugrunde liegende Geschehen sowie in die Symbolik des Tangos. In erotisch roter Lichtstimmung erklang der griechische Titel „Erotico“, im Original von Nikos Xydakis, mit einer virtuosen Pfeifeinlage von Mulo Francel.
Der jüngste deutsche Professor für Jazzgitarre, Philipp Schiepek, steuerte atemberaubende Improvisationen zum Programm bei, unter anderem in einer Transkription der Jazz-Pop-Ballade „Yorke’s Guitar“, ursprünglich von dem Jazzpianisten Chris Gall. Selbst die etwas melancholischeren Titel des Programms atmeten ein rundum positives Lebensgefühl, das sich unmittelbar auf die Zuhörer übertrug und wenigstens etwas Glück in schwierigen Zeiten vermitteln konnte. Die überaus einfühlsame Tongestaltung von Hinterseher auf seinem Victoria-Akkordeon oder Bandoneon, besonders aber auf dem recht selten zu hörenden, atemgesteuerten Vibrandoneon, dürfte daran wesentlichen Anteil gehabt haben.














