Jazzclub Biberach e.V.
Veranstalter Landesjazzfestivals 2026
50 jähriges VereinsJubiläum
Seit den 1960er Jahren hat der Jazz in Biberach eine Heimstatt. VHS und Kulturamt veranstalteten ab 1961 die Biberacher Jazztage. Siegfried Schmidt-Joos, Albert und Emil Mangelsdorff, Joachim-Ernst Behrendt, Günter Lenz, Joki Freund und Hans Koller beehrten in den Folgejahren die Oberschwaben mit ihrem konzertanten Besuch. 1976 übernahm der neu gegründete Jazzclub Biberach e.V. die Organisation des Biberacher Jazzherbstes. Am 25. April 1976 fand mit acht Mitgliedern die Gründungsversammlung statt, zum Vorsitzenden wurde Rolf Zaicescu (Musikalienfachhändler) gewählt, sein Stellvertreter war Bernd Häußler (Student). Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte am 3. Dezember 1976. Am 24. April 1977 übernahm Markus Merz das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Nachdem Zaicescu und Merz jedoch noch im selben Jahr ihr Amt niederlegten, übernahm im November 1977 der Schüler Wolfgang Mayer den Vorsitz, der Abiturient Walter Luitz wurde Stellvertreter. Bei der Mitgliedervollversammlung waren bereits 29 Mitglieder anwesend.
Am 16. März 1978 stellte der Club nach einigen Turbulenzen seine Aktivitäten aus finanziellen Gründen ein. Der Jazzclub Biberach e.V. wurde erst am 2. April 1989 in Anwesenheit des damaligen Vorsitzenden Wolfgang Mayer und auf Initiative von Musikdirektor Peter Marx und der VHS- und Kulturamtsleiterin Marianne Sikora-Schoeck wiederbelebt. Dirk Sümenicht (Industriekaufmann) übernahm den Vorsitz, Helmut Schönecker (Gymnasiallehrer) wurde sein Stellvertreter. Gleichzeitig erfolgte eine Neufassung der Satzung, die mit kleineren Änderungen bis heute Gültigkeit besitzt. Auf Initiative von Helmut Schönecker wurde 1990 der „Internationale Biberacher Jazzpreis für jugendliche Jazzmusikerinnen und -musiker“ ins Leben gerufen. Er ist damit der älteste deutsche Jazzpreis für Jugendliche.
Nach anfänglich unregelmäßigen Konzerten an wechselnden Spielstätten, u.a. in der Konzertreihe „Auf der Treppe“ in der VHS sowie der Betreuung der sommerlichen Rondellkonzerte im Stadtgarten und der Biberacher Musiknacht in den Kneipen der Stadt, ermöglichte der Bezug eines eigenen Domizils im Jazzkeller der neu gebauten Bruno-Frey-Musikschule ab 1993 schließlich einen regelmäßigen Konzertbetrieb. Durch den Einstieg des städtischen Kulturamtes beim Biberacher Jazzpreis und der wohlwollenden Unterstützung durch den damaligen Leiter und Jazzclubmitglied Klaus Buchmann wurde der Jazzpreis als Biennale schließlich zu einer festen Einrichtung im städtischen Kulturleben.
Im Jahr 1993 übernahm Wolfgang Scheffler den Stellvertreterposten, Helmut Schönecker wurde Pressereferent und konzentrierte sich auf die Organisation des Jazzpreises. Klaus Buchmann und Frank Raumel wurden Beisitzer. Die Vielzahl der anstehenden Aufgaben und die immer komplexere Organisation führte Mitte der 1990er Jahre schließlich zur Abspaltung bzw. Neugründung eines eigenständigen Vereins „Biberacher Musiknacht e.V.“, der fortan die Biberacher Musiknacht und die sommerlichen Rondellkonzerte organisierte. Die Clubaktivitäten wurden über Kooperationen mit der VHS, mit der Bruno-Frey-Musikschule, der Stadtbücherei, Stadtjugendring, Abdera und den örtlichen Gymnasien bei zahlreichen Workshops und Konzerten in den späten 1990er Jahren immer stärker ausgeweitet.
1998 übernahm Wolfgang Scheffler den Vorsitz von dem ausscheidenden Dirk Sümenicht, Herbert Pfab wurde sein Stellvertreter. Ab 2005 übernimmt Ulrich von Taczala den Stellvertreterposten und im Jahr 2007 scheiden Wolfgang Scheffler und Ulrich von Taczala aus ihrem Amt. Dr. Helmut Schönecker wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt, Peter Kiene übernahm den Stellvertreterposten. Im Jahr 2011 tauschten Kiene und Schönecker die Positionen. Die Mitgliederzahl war bis dato auf 78 angewachsen.
Erfolgreiche Motto-Konzerte und langjährige Veranstaltungsreihen wie „Jazz für Kinder“ in Kooperation mit örtlichen Kindergärten und Grundschulen, regelmäßige und immer hochkarätigere Konzerte und Workshops (u.a. mit dem „Jazz & More“-Team der Landesakademie), die Professionalisierung des Konzertbetriebs über einen festen Mitarbeiterstab, eine nachhaltige Verankerung und immer bessere Vernetzung innerhalb der Jazz-Szene führten schließlich zu immer ambitionierteren Programmangeboten und zu wiederholtem Lob auch von höchster Stelle, etwa durch die Verleihung des deutschen Spielstättenprogrammpreises APPLAUS in den Jahren 2014 und 2018.
Mit der Gründung eines Jazzchores 2014 durch Dr. Helmut Schönecker traten neben organisatorischer Kompetenz auch fachpraktische Fähigkeiten und vor allem neue Mitglieder und Mitstreiter auf den Plan. Auf diese Weise ließ sich die Organisation der regelmäßig rund 20 Konzerte und Veranstaltungen im Jahr sowie deren mediale Vor- und Nachbereitung immer besser meistern. Gemeinsame Konzerte des Biberacher Jazzchores mit dem Jazzchor Konstanz, dem Ravensburger Jazzchor „Voice Affair“ oder dem Stuttgarter Jazzchor brachten neuen Schwung und lockten einen erweiterten Besucherkreis in den Jazzkeller. Bis 2022 lief der heute selbständige Chor unter dem Dach des Jazzclubs.
Die für alle Kulturtreibenden schwierigen Pandemiejahre glücklich überstanden, kam mit der überaus erfolgreichen Veranstaltungsreihe zu den baden-württembergischen Heimattagen 2023 in Biberach der Erfolg zu den „Jazzbibern“ zurück und fand mit der Konzertreihe „Ladies in Jazz“ 2024 und 2025 seinen vorläufigen Höhepunkt. Seit dem Frühjahr 2024 nahmen die Vorbereitungen zum Landesjazzfestival Baden-Württemberg in Biberach im Jubiläumsjahr 2026 immer größeren Raum ein. Glücklicherweise haben ein hoch motiviertes Vorstands- und Organisationsteam sowie ein äußerst rühriges Sponsoring-Team gute Arbeit geleistet und ein stimmiges Konzept entworfen. Mit dem breitgefächerten Programm des Landesjazzfestivals Baden-Württemberg 2026 zu Ehren des 50jährigen Club-Jubiläums geht der Veranstalter ganz bewusst heraus aus seiner üblichen Spielstätte im Jazzkeller.
22 Veranstaltungen in 16 Tagen mit unterschiedlichen Kooperationen an 11 verschiedenen Veranstaltungsorten in der ganzen Stadt mit lokalen, regionalen, überregionalen und internationalen Künstlern, von Mitmachkonzerten für Kinder und Musikbeiträgen von Schulbands über Konzerte mit jungen Shooting Stars bis hin zu Grammy-Preisträgern, von Vorträgen, Unterrichtsstunden und Jazz Poetry Slam zu Workshops und Ausstellungen bis hin zum internationalen Jazz-Wettbewerb wird beim Landesjazzfestival alles aufgeboten, was die Jazzstadt Biberach zu bieten hat.









