Olivia Trummer Trio
11. April 2026
Olivia Trummer Trio – Feinsinnige Hommage an das „Schöne“ in der Musik.
Das zweite Konzert im Rahmen des Landesjazzfestivals Baden-Württemberg in Biberach, als Heimspiel des Jazzclubs im angestammten Jazzkeller in der Bruno-Frey-Musikschule setzte bereits einen ersten Höhepunkt. Schon im Vorfeld ausverkauft, konnte das vom Rotary-Club Biberach gesponserte Konzert in jeglicher Hinsicht die Erwartungen erfüllen. Die international tätigen Künstler, das Publikum und die Veranstalter zeigten sich gleichermaßen begeistert. Guter Sound, eine gute Ausleuchtung, stimmungsvolle Dekoration und ein überaus beifallsfreudiges Publikum motivierten auch die Künstler zu Höchstleistungen.
Highlight unter all den präsentierten Höhepunkten war, neben einer ganzen Reihe spontaner Improvisationseinlagen, waren zwei klassische Kompositionen, die demonstrativ und überzeugend den Bogen zu Pop und Jazz geschlagen haben. Das leicht hingetupfte Bach-Präludium Nr. 5 in D-Dur aus dem Wohltemperierten Klavier Teil 1 umrahmte den Song „I’m old-fashioned“ von Jerome Kern und das nicht nur auf Augenhöhe mit so berühmten Interpreten wie Ella Fitzgerald oder Chet Baker. Durch die organische Verbindung zweier Welten verdeutlichte Trummer, dass gute Musik keine Genre-Grenzen kennt und das „Altmodische“ gar nicht so weit vom „Zeitgenössischen“ entfernt sein muss. Oder anders ausgedrückt: Gute Musik braucht keinen Zeitstempel und hat kein Verfallsdatum. Vor allem ist sie aber nicht als abgeschlossen und vergangen zu betrachten, sondern belebt und inspiriert die Gegenwart gerade in der kompositorischen Auseinandersetzung und Neuinterpretation.
Weitere jazzige Pop-Songs im klassischen Rahmenwerk aber auch Auszüge aus dem neuen, noch nicht veröffentlichten Solo-Album gingen allesamt unter die Haut, am meisten jedoch der überaus komplexe und tiefgründige Love-Song „Like Water“, anlässlich ihrer eigenen Hochzeit entstanden. Mit dem Schlagzeuger Matthias Ruppnig aus Österreich und dem russischen Kontrabassisten und Wahlitaliener Makar Novikov aus Moskau als Sideman schlug sie auch künstlerische Brücken zwischen den Kulturen.
















