Monotape

19. April 2026

MONOTAPE in der erneut ausverkauften Schützenkellerhalle. Eine positive Halbzeitbilanz des Landesjazzfestivals passt zur euphorischen Stimmung im Saal.

Straff durcharrangierte Soultitel im Stil der 1970er, hart an der Grenze zu Pop aber gut tanzbar, garniert mit einigen veritablen Improvisationen, besonders vom Gitarristen, beinahe perfekt abgemischt mit schmatzender Bass-Drum und knackigem E-Bass, ausgewogenen Stimmen und überschäumende Leidenschaft ließen den Puls des Publikums höherschlagen. Die noch junge Formation bestand aus der versierten Solosängerin Sarah Hoyer, einem gut eingestimmten Background-Chor mit Hannah Hoyer, Miriam Wahl und Nadine Gaus sowie einer routiniert groovenden Begleitband mit Florian Richter an der Gitarre, Stefan Dautel am E-Bass und Emanuel Vogel am Drumset.

Die charismatische Frontfrau Sarah Hoyer dominierte zweifelsfrei das musikalische Geschehen. Mit ihrer soultypischen, ausdrucksstarken und durchsetzungsfähigen Stimme wurde sie von den sechs weiteren Mitwirkenden buchstäblich auf Händen getragen. Gelegentlich durften die optisch durchaus im Vordergrund stehenden Backgroundsängerinnen aber auch zeigen, dass sie mehr beherrschen, als nur das stiltypische „Schubidu“ und „Schalala“, synchrone angedeutete Tanzbewegungen eingeschlossen. Eine dezent farbige Beleuchtung trug zum homogenen Gesamteindruck bei.
 

Im zweiten Set gab es erfreulicherweise deutlich mehr Abwechslung in den Arrangements, auch die Band alleine durfte jetzt ihre Qualitäten zeigen, die Besetzungsvarianten wechselten, Soloeinlagen auch vom E-Bass sowie ein fetziges Schlagzeugsolo heizten die Stimmung im Publikum weiter an. Die ersten Tänzer bevölkerten die, allerdings knapp bemessenen Bewegungsräume, und auch auf der Bühne lösten sich die letzten Anzeichen konzentrierter Anspannung in heiterem Wohlgefallen auf. Am Ende reichte trotz dem etwas späteren Sonntagabend eine Zugabe allein nicht aus und das von der Band initiierte Crowd Funding zur Finanzierung der ersten Monotape-CD dürfte einen starken Schub bekommen haben. Viele der neugewonnenen Fans dürften den weiteren Weg der Formation aufmerksam verfolgen. Das enorme Potential der Akteure verdient es, entwickelt zu werden. Headhunter und Studiobosse aufgepasst.