Andreas Schaerer & A Novel of Anomaly
18. April 2026
Andreas Schaerer & A Novel Of Anomaly verblüffen und überschreiten Grenzen – Eigenständig, Eigenwillig, Einzigartig
Der Zugang des Schweizer Unikums Andreas Schaerer mit seinem ungewöhnlichen Quartett in die hohen Gefilde des Jazz erfolgte definitiv nicht über den Haupteingang. Das Instrument des Jahres 2026, das Akkordeon, virtuos gespielt von dem Italiener Luciano Biondini ist im Jazz doch eher selten vertreten. In Kombination mit verzerrter E-Gitarre und psychedelischen Klängen von Kalle Kalima, der auch für die meisten Kompositionen verantwortlich zeichnete, erschien das zunächst auch eher befremdlich. Die rockigen Standard-Grooves von Mario Hänni am üppig mikrofonierten Schlagzeug verbindet wohl ebenfalls kaum jemand mit dem Akkordeon.
Das Verdienst, aus diesem scheinbar unverbundenen Nebeneinander etwas gänzlich Neues fusioniert zu haben, gebührt dem Namensgeber des illustren Quartetts, Andreas Schaerer. Seine Stimm-Akrobatik, mit gefühlt über drei Oktaven Tonumfang und einem lupenreinen, sauber intonierten Falsett, das wohl von seiner jodelnden Großmutter ererbte Talent eines originären älplerischen Gesangs und völlig fehlende Berührungsängste zu anderen Genres ermöglichte das beinahe Unmögliche: A Novel Of Anomaly – Ein Geschichte über die Abweichungen von der Regel, die nirgendwo besser aufgehoben ist als im Jazz.
Die Tatsache, dass ein anfänglich eher verwundertes Publikum schließlich in helle Begeisterung ausbrach und mehrere Zugaben erklatschte, spricht für die Überzeugungskraft und Stringenz des Schaerer’schen Ansatzes, den das Quartett mit immenser Leidenschaft und oft ekstatischer Verzückung vertrat. Es spricht aber auch für die offenen Arme des Jazz, die so disparate Strömungen der Musik umfassen und zusammenführen können.

















